Gesellschaftsrecht seit 2023

Wissen für Gründerinnen und Gründer in der Schweiz
Gesellschaftsrecht Schweiz · Rechtsstand 15. Juli 2026

Änderungen im Schweizer Gesellschaftsrecht seit 2023

Änderungen im Schweizer Gesellschaftsrecht haben die unternehmerischen Spielräume erweitert, gleichzeitig aber die Anforderungen an Verantwortung, Dokumentation und Transparenz erhöht.

Die Entwicklung lässt sich in drei Etappen lesen: Die Aktienrechtsrevision brachte mehr Flexibilität und digitale Möglichkeiten. Die Regeln gegen missbräuchliche Konkurse schlossen anschliessend Lücken bei Rechnungslegung, Revision und Durchsetzung. Ab Oktober 2026 kommt mit dem Schweizer Transparenzregister eine zentrale Meldepflicht für wirtschaftlich berechtigte Personen hinzu.

Schweiz Rechtsstand: 15. Juli 2026 Lesedauer: ca. 16 Minuten AG, GmbH und weitere Rechtseinheiten
Änderungen im Schweizer Gesellschaftsrecht bei der Prüfung von Unternehmensunterlagen

Kurzantwort

Die Änderungen im Schweizer Gesellschaftsrecht verfolgen keine einzelne Richtung, sondern einen bewussten Ausgleich. Seit dem 1. Januar 2023 können Aktiengesellschaften Kapital, Generalversammlungen und Ausschüttungen flexibler organisieren. Seit dem 1. Januar 2025 werden problematische Konkursstrukturen, rückwirkende Revisionsverzichte und mögliche Pflichtverletzungen konsequenter erfasst.

Am 1. Oktober 2026 folgt das nicht öffentliche Transparenzregister. Viele Schweizer Gesellschaften müssen dann die natürlichen Personen melden, die sie wirtschaftlich kontrollieren. Die gemeinsame Entwicklung lautet: mehr Freiheit in der Ausgestaltung, aber weniger Raum für unklare Eigentums-, Finanz- und Verantwortungsverhältnisse.

Drei Reformetappen verändern die Unternehmenspraxis

2023

Mehr Gestaltungsfreiheit

Die grosse Aktienrechtsrevision modernisiert Kapitalregeln, Generalversammlungen, Ausschüttungen und Corporate Governance.

2025

Stärkere Durchsetzung

Neue Konkursregeln erschweren den Missbrauch von Gesellschaften und stärken die Zusammenarbeit zwischen Behörden.

2026

Nachvollziehbare Kontrolle

Das Transparenzregister führt wirtschaftlich berechtigte Personen zentral zusammen und verlangt laufend aktuelle Angaben.

Die Reformen verlagern den Schwerpunkt vom einmaligen Handelsregistereintrag hin zu laufend gepflegten Unternehmens- und Eigentümerinformationen.

Mehr Flexibilität bedeutet im neuen Gesellschaftsrecht nicht weniger Verantwortung. Sie setzt voraus, dass Beschlüsse, Eigentumsverhältnisse und Finanzinformationen nachvollziehbar bleiben.

1. Änderungen im Schweizer Gesellschaftsrecht: der Überblick

Die vergangenen drei Jahre brachten keine isolierten Einzelkorrekturen. Vielmehr entstand eine zusammenhängende Reformbewegung. Einerseits können Gesellschaften ihre Kapital- und Beschlussstrukturen moderner ausgestalten. Andererseits müssen sie finanzielle Verhältnisse, Revisionsentscheide und wirtschaftliche Kontrolle genauer festhalten.

Für Gründerinnen, Gründer und bestehende Unternehmen ist deshalb nicht nur die Frage wichtig, ob eine einzelne Vorschrift anwendbar ist. Entscheidend ist, ob Statuten, Register, Buchhaltung, Organbeschlüsse und Beteiligungsinformationen zusammenpassen.

1. Januar 2023 Vollständiges Inkrafttreten der Aktienrechtsrevision
1. Januar 2025 Inkrafttreten der Regeln gegen missbräuchliche Konkurse
16. Juni 2026 Beginn der freiwilligen Pilotphase des Transparenzregisters
1. Oktober 2026 Inkrafttreten der gesetzlichen Registerpflichten

2. Die Aktienrechtsrevision schafft mehr Flexibilität

Die am 1. Januar 2023 vollständig in Kraft getretene Aktienrechtsrevision modernisierte zentrale Bereiche der Aktiengesellschaft. Das betrifft insbesondere Kapitalveränderungen, Generalversammlungen, Ausschüttungen und die interne Unternehmensführung.

Kapital

Kapitalband statt einzelner Kapitalbeschlüsse

Die Generalversammlung kann den Verwaltungsrat statutarisch ermächtigen, das Aktienkapital während höchstens fünf Jahren innerhalb einer festgelegten Bandbreite zu erhöhen oder zu senken.

Dadurch können Finanzierungs- und Kapitalanpassungen schneller umgesetzt werden. Voraussetzung ist jedoch eine präzise statutarische Grundlage.

Währung

Aktienkapital in einer funktionalen Fremdwährung

Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann das Aktienkapital in einer für die Geschäftstätigkeit wesentlichen ausländischen Währung geführt werden.

Das kann für international ausgerichtete Gesellschaften sinnvoll sein, verlangt aber abgestimmte Statuten, Buchführung und Rechnungslegung.

Ausschüttungen

Zwischendividenden

Die Generalversammlung kann eine Zwischendividende beschliessen, sofern eine Zwischenrechnung vorliegt und die gesetzlichen Voraussetzungen eingehalten werden.

Ausschüttungen werden damit zeitlich flexibler. Gleichzeitig bleibt eine saubere finanzielle Grundlage erforderlich.

Beschlussfassung

Digitale und virtuelle Generalversammlungen

Generalversammlungen können unter den gesetzlichen und statutarischen Voraussetzungen elektronisch oder vollständig virtuell durchgeführt werden.

Die technische Form ändert jedoch nichts an der Pflicht, Teilnahme, Abstimmungen und Beschlüsse zuverlässig zu organisieren und zu dokumentieren.

Änderungen im Schweizer Gesellschaftsrecht durch die Aktienrechtsrevision
Flexible Instrumente entfalten ihren Nutzen erst, wenn Statuten, Beschlüsse und Rechnungslegung aufeinander abgestimmt sind.

Die Statuten bleiben das zentrale Steuerungsinstrument

Viele Neuerungen gelten nicht automatisch. Wer ein Kapitalband, virtuelle Generalversammlungen oder besondere Kapitalregeln nutzen möchte, braucht eine passende statutarische Grundlage. Die Übergangsphase des neuen Aktienrechts endete am 1. Januar 2025.

  • Statuten auf veraltete oder widersprüchliche Bestimmungen prüfen.
  • Organisationsreglement und Zeichnungsrechte abgleichen.
  • Form und Dokumentation künftiger Generalversammlungen festlegen.

3. Praktische Folgen für AG, GmbH und ihre Organe

Die neuen Wahlmöglichkeiten sind vor allem für Aktiengesellschaften relevant. Dennoch sollten auch GmbH und andere Rechtseinheiten ihre Organisation im Gesamtzusammenhang prüfen. Rechnungslegung, Revisionsstatus, Handelsregisterangaben und finanzielle Verantwortung betreffen mehrere Rechtsformen.

Vier Dokumentationsebenen sollten zusammenpassen

Statuten und Reglemente

Sie bestimmen, welche rechtlichen Möglichkeiten eine Gesellschaft tatsächlich nutzen darf und wie Kompetenzen verteilt sind.

Beschlüsse und Protokolle

Kapitalentscheide, Ausschüttungen und Organwahlen müssen formell korrekt beschlossen und nachvollziehbar festgehalten werden.

Aktien- und Anteilbuch

Die interne Eigentümerdokumentation muss die tatsächlichen Beteiligungen und Übertragungen aktuell wiedergeben.

Rechnungslegung und Revision

Finanzinformationen und Revisionsentscheide müssen mit der tatsächlichen Grösse und Situation der Gesellschaft übereinstimmen.

Mehr Freiheit setzt stärkere Nachvollziehbarkeit voraus

Neue Möglichkeiten

Unternehmerische Flexibilität

  • Kapital innerhalb eines genehmigten Rahmens anpassen
  • Versammlungen digital organisieren
  • Ausschüttungen zeitlich flexibler planen
  • Internationale Rechnungslegungsbedürfnisse berücksichtigen
Gegenleistung

Klare Governance

  • Statutarische Grundlage sauber formulieren
  • Kompetenzen und Zuständigkeiten dokumentieren
  • Finanzielle Grundlagen aktuell halten
  • Beschlüsse und Eigentumsverhältnisse nachvollziehbar machen

Die Reform reduziert Formalismus nicht pauschal. Sie verlagert ihn von starren Einzelabläufen hin zu einer sorgfältig geführten Unternehmensorganisation.

4. Neue Regeln gegen missbräuchliche Konkurse

Seit dem 1. Januar 2025 gelten neue Regeln, die verhindern sollen, dass Unternehmen Konkursverfahren gezielt nutzen, um Schulden oder Verpflichtungen zurückzulassen und anschliessend mit einer neuen Gesellschaft weiterzuarbeiten.

Die Reform richtet sich nicht gegen unternehmerisches Scheitern. Wirtschaftliche Schwierigkeiten können trotz seriöser Führung entstehen. Im Mittelpunkt stehen vielmehr Strukturen, bei denen Rechnungslegung, Revision, Abgaben oder Organverantwortung systematisch vernachlässigt werden.

Betreibung

Öffentlich-rechtliche Forderungen

Bei Unternehmen, die der Konkursbetreibung unterliegen, können öffentlich-rechtliche Forderungen wie Steuern oder Sozialversicherungsbeiträge nun ebenfalls auf Konkurs fortgesetzt werden.

Damit wird verhindert, dass hohe öffentliche Schulden ausserhalb eines umfassenden Konkursverfahrens weiter anwachsen.

Revision

Kein rückwirkendes Opting-out

Der Verzicht auf die eingeschränkte Revision kann nur noch für künftige Geschäftsjahre erklärt werden. Ein nachträglicher Verzicht für bereits abgeschlossene Perioden ist nicht mehr vorgesehen.

Handelsregister- und Steuerbehörden erhalten dadurch eine klarere Grundlage, um fehlende Jahresrechnungen oder einen unpassenden Revisionsstatus zu erkennen.

Strafverfolgung

Meldepflicht bei konkretem Verdacht

Konkursbehörden müssen konkrete Verdachtsmomente auf von Amtes wegen zu verfolgende Straftaten den Strafverfolgungsbehörden melden.

Auffällige Vorgänge sollen dadurch früher und einheitlicher weitergeleitet werden.

Tätigkeitsverbote

Bessere Durchsetzung

Strafrechtliche Tätigkeitsverbote und Handelsregisterinformationen werden stärker aufeinander abgestimmt. Dadurch sollen gesperrte Personen nicht unbemerkt erneut Organfunktionen übernehmen.

Geordnete Buchhaltung und Unterlagen zur Vermeidung problematischer Konkursentwicklungen
Aktuelle Jahresrechnungen und klare Zuständigkeiten sind nicht nur administrative Pflichten, sondern ein Instrument der Früherkennung.

Prävention beginnt vor einer finanziellen Krise

Wer Buchhaltung, Steuer- und Sozialversicherungsforderungen, Revisionsstatus und Organmutationen laufend pflegt, reduziert nicht nur rechtliche Risiken. Die Geschäftsführung erkennt auch früher, ob Liquidität, Kapital oder Finanzierungsmassnahmen überprüft werden müssen.

  • Jahresabschlüsse fristgerecht erstellen.
  • Revisionsstatus jährlich bestätigen.
  • Steuern und Sozialversicherungen laufend abstimmen.

5. Das Schweizer Transparenzregister ab Oktober 2026

Am 1. Oktober 2026 tritt das Bundesgesetz über die Transparenz juristischer Personen und die Identifikation der wirtschaftlich berechtigten Personen in Kraft. Es schafft ein zentrales, nicht öffentliches Register beim Bundesamt für Justiz.

Meldepflichtig sind grundsätzlich zahlreiche Schweizer juristische Personen, insbesondere Aktiengesellschaften, GmbH und Genossenschaften. Für börsenkotierte Gesellschaften und bestimmte weitere Rechtseinheiten bestehen Ausnahmen. Einzelunternehmen, Kollektivgesellschaften und Kommanditgesellschaften gehören nicht zum allgemeinen Kreis der registerpflichtigen juristischen Personen.

Zentral

Ein nationales Register

Informationen über wirtschaftlich berechtigte Personen werden zentral zusammengeführt und nicht nur innerhalb der Gesellschaft aufbewahrt.

Nicht öffentlich

Begrenzter Zugriff

Das Register ist kein allgemein zugängliches Eigentümerverzeichnis. Zugriff erhalten nur gesetzlich berechtigte Behörden und bestimmte verpflichtete Personen.

Aktuell

Laufende Meldepflicht

Nicht nur die erstmalige Meldung zählt. Änderungen der wirtschaftlichen Kontrolle müssen ebenfalls fristgerecht nachgeführt werden.

Beteiligungsstruktur für das Schweizer Transparenzregister
Hinter jeder Beteiligungskette muss am Ende eine natürliche Person oder eine gesetzlich vorgesehene subsidiäre Zuordnung stehen.

Entscheidend ist Kontrolle, nicht nur der Registereintrag

Das Transparenzregister übernimmt nicht einfach die Aktionärs- oder Gesellschafterliste. Ermittelt werden muss, welche natürliche Person mindestens 25 Prozent des Kapitals oder der Stimmen hält oder die Gesellschaft auf andere Weise kontrolliert.

Mehrstufige Beteiligungen, Aktionärsvereinbarungen und gemeinsame Kontrolle müssen deshalb wirtschaftlich und nicht nur formal betrachtet werden.

6. Wirtschaftlich berechtigte Personen richtig ermitteln

Wirtschaftlich berechtigt kann nur eine natürliche Person sein. Ausgangspunkt sind direkte oder indirekte Beteiligungen von mindestens 25 Prozent am Kapital oder an den Stimmrechten. Daneben kann eine Person aufgrund anderer Kontrollmöglichkeiten wirtschaftlich berechtigt sein.

Lässt sich keine Person nach diesen Kriterien feststellen, sieht das Gesetz eine subsidiäre Zuordnung vor. In diesem Fall wird grundsätzlich das oberste Mitglied des leitenden Organs erfasst. Diese Auffangregel ersetzt jedoch keine sorgfältige Prüfung der Eigentums- und Kontrollverhältnisse.

Vom Beteiligungsverhältnis zur Registermeldung

Eigentumsstruktur erfassen

Direkte und indirekte Beteiligungen, Stimmrechte sowie Vereinbarungen über Kontrolle zusammentragen.

Natürliche Personen bestimmen

Prüfen, welche Personen die Schwelle erreichen oder auf andere Weise einen beherrschenden Einfluss ausüben.

Angaben belegen

Beteiligungsunterlagen, Register, Verträge und erhaltene Erklärungen nachvollziehbar dokumentieren.

Meldung einreichen

Neue Gesellschaften melden grundsätzlich innert eines Monats nach ihrer Eintragung. Für bestehende Gesellschaften gelten Übergangsfristen.

Änderungen nachführen

Änderungen der gemeldeten Angaben grundsätzlich ebenfalls innert eines Monats erfassen.

Die Verantwortung verbleibt beim zuständigen Leitungsorgan, auch wenn Mitarbeitende oder externe Fachpersonen die Meldung operativ vorbereiten.

Was dauerhaft organisiert werden muss

  • Eine verantwortliche Person oder Funktion intern bestimmen.
  • Beteiligungen und Kontrollrechte bei jeder Veränderung prüfen.
  • Nachweise geordnet und nachvollziehbar aufbewahren.
  • Angaben mit Aktienbuch, Anteilbuch und Handelsregister abstimmen.
  • Wirtschaftlich Berechtigte zur Mitwirkung und Aktualisierung anhalten.
  • Unterlagen nach Ende der wirtschaftlichen Berechtigung zehn Jahre aufbewahren.

7. Änderungen im Schweizer Gesellschaftsrecht: wohin die Entwicklung führt

Zusammengenommen zeigen die Reformen eine deutliche Bewegung. Das Gesellschaftsrecht wird bei Kapital, Versammlungen und Organisation flexibler. Gleichzeitig wird stärker erwartet, dass Unternehmen erklären können, wer entscheidet, wem sie wirtschaftlich gehören und wie ihre finanzielle Situation dokumentiert ist.

Bisheriger Schwerpunkt

Formelle Eintragung

  • Gesellschaft wird im Handelsregister eingetragen.
  • Eigentümerinformationen bleiben teilweise intern.
  • Behörden arbeiten mit getrennten Informationsbeständen.
  • Probleme werden häufig erst in der Krise sichtbar.
Neue Entwicklungsrichtung

Laufende Nachvollziehbarkeit

  • Eigentums- und Kontrollinformationen werden aktuell gehalten.
  • Revisions- und Rechnungslegungsstatus werden früher überprüfbar.
  • Behörden können relevante Informationen besser abgleichen.
  • Prävention gewinnt gegenüber späterer Reaktion an Bedeutung.
Flexibilität Digitalisierung Eigentümertransparenz Organverantwortung Aktuelle Finanzinformationen Behördenkoordination Missbrauchsprävention
Änderungen im Schweizer Gesellschaftsrecht organisatorisch vorbereiten
Rechtliche Anpassungen werden zunehmend zu einer laufenden Führungsaufgabe und nicht nur zu einem Thema bei der Gründung.

Compliance rückt näher an die Unternehmensführung

Verwaltungsrat und Geschäftsführung können die neuen Anforderungen nicht dauerhaft an einzelne Formulare delegieren. Sie müssen dafür sorgen, dass Verantwortlichkeiten, Informationswege und Aktualisierungsprozesse funktionieren.

Gerade bei wachsenden Beteiligungsstrukturen sollte deshalb früh geklärt werden, wer Veränderungen erkennt, prüft und meldet.

8. Was Unternehmen jetzt vorbereiten sollten

Nicht jedes Unternehmen braucht sofort eine umfassende Statutenrevision. Eine strukturierte Bestandsaufnahme ist jedoch sinnvoll, bevor die Transparenzregisterpflichten im Oktober 2026 beginnen oder eine Kapital-, Beteiligungs- oder Organänderung geplant wird.

Prüfliste für Verwaltungsrat und Geschäftsführung

  • Statuten auf veraltete aktienrechtliche Bestimmungen prüfen.
  • Aktienbuch oder Anteilbuch vollständig und aktuell halten.
  • Direkte und indirekte Beteiligungsketten dokumentieren.
  • Stimmrechtsbindungen und andere Kontrollrechte einbeziehen.
  • Revisionsstatus und Opting-out für das laufende Jahr bestätigen.
  • Jahresrechnungen, Steuer- und Sozialversicherungsforderungen abstimmen.
  • Interne Zuständigkeit für das Transparenzregister bestimmen.
  • Prozess für Änderungen und Monatsfristen einrichten.
  • Bei komplexen Strukturen eine fachliche Prüfung koordinieren.

Bei einer Neugründung kann 4 Founder die Rechtsform, Eigentümerstruktur und den Gründungsprozess einordnen. Falls eine vertiefte rechtliche, notarielle oder treuhänderische Prüfung erforderlich ist, können über die Unterstützung rund um die Gründung passende Fachpersonen koordiniert werden.

9. Häufige Fragen und offizielle Quellen

Ist das Schweizer Transparenzregister öffentlich einsehbar?

Nein. Es handelt sich um ein nicht öffentliches Register. Zugriff erhalten nur gesetzlich berechtigte Behörden sowie bestimmte verpflichtete Personen im Rahmen ihrer gesetzlichen Aufgaben.

Muss jede AG und GmbH am 1. Oktober 2026 sofort melden?

Neu eingetragene Gesellschaften müssen grundsätzlich innert eines Monats melden. Für bereits bestehende Rechtseinheiten beginnen am 1. Oktober 2026 Übergangsfristen. Die konkret anwendbare Frist sollte anhand der gesetzlichen Einteilung geprüft werden.

Ist eine Person erst ab mehr als 25 Prozent wirtschaftlich berechtigt?

Die gesetzliche Schwelle liegt grundsätzlich bei mindestens 25 Prozent des Kapitals oder der Stimmrechte. Eine wirtschaftliche Berechtigung kann aber auch aufgrund anderer Kontrollmöglichkeiten bestehen.

Gilt ein Kapitalband automatisch für jede Aktiengesellschaft?

Nein. Das Kapitalband benötigt eine entsprechende Statutenbestimmung und eine Ermächtigung des Verwaltungsrats durch die Generalversammlung.

Ist jeder Konkurs ein Hinweis auf Missbrauch?

Nein. Unternehmen können trotz sorgfältiger Führung scheitern. Die neuen Regeln richten sich gegen missbräuchliche Strukturen, verschleierte Pflichtverletzungen und die gezielte Umgehung von Verpflichtungen.

Gesellschaftsrecht wird zur laufenden Organisationsaufgabe

Die Reformen der vergangenen Jahre geben Unternehmen mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Gleichzeitig erwarten Gesetzgeber und Behörden, dass Eigentumsverhältnisse, Finanzinformationen und Verantwortlichkeiten aktuell und nachvollziehbar bleiben.

Der sinnvollste nächste Schritt ist deshalb eine Bestandsaufnahme: Stimmen Statuten, Register, Beteiligungsverhältnisse, Revisionsstatus und tatsächliche Organisation überein? Erst danach lässt sich beurteilen, welche Anpassungen wirklich nötig sind.

Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick zum Rechtsstand vom 15. Juli 2026. Er ersetzt keine rechtliche, steuerliche, notarielle oder treuhänderische Beratung. Bei komplexen Beteiligungen, Statutenänderungen, finanziellen Schwierigkeiten oder konkreten Meldepflichten sollte der Einzelfall fachlich geprüft werden.

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